Schweizerischer Verband für Weiterbildung SVEB

05.09.2011

Medienmitteilung: Der SVEB vergibt die Weiterbildungs-Awards 2011

Der Schweizerische Verband für Weiterbildung SVEB vergibt am 9. September 2011, in Bern, zum sechsten Mal die Weiterbildungs-Awards. Die Preise werden in zwei Kategorien verliehen: für aussergewöhnliche Lernbiografien und innovative Projekte.

Jury Weiterbildungs-Awards

Mit den Weiterbildungs-Awards ausgezeichnet werden Menschen, die aussergewöhnliche Lernbiografien aufweisen und Hindernisse erfolgreich gemeistert haben. Prämiert werden auch innovative Weiterbildungs-Projekte, die erfolgreich umgesetzt wurden. Die Preisverleihung findet am 9. September 2011 vormittags an der nationalen Eröffnungsveranstaltung des Lernfestivals im Hotel Kreuz Bern in Bern statt. Über die Vergabe entschied eine prominent besetzte, siebenköpfige Jury.  Die Awards sind Geld- und Sachpreise, welche von Weiterbildungsinstitutionen und Wirtschaftsunternehmen gesponsert wurden. Der SVEB initiierte die Awards mit dem Ziel, Einzelne und Gruppen zur Weiterbildung zu ermutigen und bildungspolitische Denkanstösse zu geben. Mit den Awards werden die Preisträger und Preisträgerinnen zu Botschaftern für das Lernen.


In der Kategorie «Biografien» werden ausgezeichnet:

Anna Scaglione-Liguori aus Gränichen (AG), weil ihre Biografie zeigt, dass es Menschen trotz schwierigen Voraussetzungen schaffen, sich in der Schweiz zu integrieren. Im Bildungsprogramm «Lavoro è Donna» lernte sie Deutsch, Informatik sowie Bewerbungstechniken. Heute surft sie im Internet und schreibt E-Mails. Vorstellungsgespräche meistert sie selbstbewusst. Sie arbeitet als Raumpflegerin und ist motiviert, auch weiterhin in ihre Bildung zu investieren.

Margarethe Bader-Taschan aus Lohn Ammansegg (SO), weil sie mit ihrem Werdegang aufzeigt, dass der Berufsweg trotz Mutterrolle, mit Strategie verfolgt werden kann. Frau Bader wollte nach der Familienzeit nicht mehr als Arzthelferin arbeiten und bildete sich gezielt weiter. Heute ist sie eine erfolgreiche Unternehmerin. Mit ihrem Geschäftskonzept «Ganzheitliches Bestatten» nimmt sie eine Pionierrolle in der Bestattungsbranche ein. Zudem bietet sie Kurse für Bestatterinnen an.

Thuy Thuy Anh HUYNH-LE aus Münchenstein (BL), weil sie mit ihrer Biographie zeigt, dass man mit Fleiss, Ehrgeiz, Motivation und Bemühungen seine Ziele erreichen kann. Als Immigrantin musste sie zuerst Deutsch lernen. Weil ihr angefangenes Studium in der Schweiz nicht anerkannt wurde, absolvierte sie eine kaufmännische Ausbildung. Heute ist sie im dritten Semester ihres Bachelor-Studiums in Betriebsökonomie.

Roger Hug aus Niederuzwil (SG), weil sein Werdegang zeigt, dass man mit der Berufslehre längst nicht ausgelernt hat und Motivation viele «Bildungstüren» öffnet. Nach seiner handwerklichen Ausbildung bildete er sich in ganz neuen Gebieten weiter. Dazu gehörten u.a. kaufmännisches Wissen, Informatik, Sprachen, Führungskompetenzen und Marketing. Heute unterrichtet er Stellensuchende und absolviert berufsbegleitend den Bachelor in Business Administration.

Viktoria Canello aus Aranno (TI), weil sie mit ihrer Bildungsbiografie aufzeigte, dass auch in der Lebensmitte ganz neue berufliche Wege eingeschlagen werden können. Nach der Familienzeit arbeitete sie in der Pflege. Sie suchte aber bald darauf nach einer kreativen Veränderung und lernte mit 47 Jahren das Schneiderhandwerk. Heute führt sie ihr eigenes Atelier und besucht laufend Kurse, um ihr Wissen «à jour» zu halten.



In der Kategorie «Projekte» werden ausgezeichnet:

FRAGILE Suisse (Deutschschweiz und Romadie) für das Projekt «Leben mit einer Hirnverletzung: Weiterbildungsangebot für Fachpersonen, im Ko-Referat mit Menschen mit einer Hirnverletzung». Das Projekt ist einmalig und innovativ, weil Menschen nach einer Hirnverletzung als ExpertInnen vor einem Publikum stehen. Sie geben ihre Erfahrungen weiter und vermitteln dadurch Wissen und Verständnis, welches die Lebensqualität von Betroffenen verbessert.

Schule für Lebensrettung (Deutschschweiz) für das Projekt «Erste Hilfe bei Menschen mit einer Behinderung / Erkennen von Schmerzen bei Menschen mit Behinderung». Ziel des Projekts ist es, dass Menschen mit Behinderung schnell und adäquat geholfen wird. Da Informationen zum Thema fehlten, entwickelte Anne Sabourdy die Ausbildung basierend auf ihren eigenen Recherchen. Bis heute haben über 1000 Personen an ihren Kursen teilgenommen.

Elternbildung CH / väternetz.ch (Deutschschweiz) für das Projekt «Vater-Sein in der Schweiz. Migrantenväter im Gespräch». In diesem Projekt werden Diskussionsrunden mit Migrantenvätern zum Thema Vatersein in der Schweiz durchgeführt. Bisher gab es noch keine Angebote für Männer mit Migrationshintergrund, welche die Thematik «väterliche Identität in einem neuen Lebenskontext» beachtet. Entwickelt wurde das väternetz.ch von Andreas Borter, Bildung und Beratung in Burgdorf.

Opera Prima (Tessin) für das Projekt «Ausbildung im Bereich Haushaltshilfe von SeniorInnen, Genesenden und Behinderten». Die Ausbildung fördert die Integration der Teilnehmerinnen, welche dank der Bildungsmassnahme auf dem Arbeitsmarkt besser Fuss fassen. Bis heute haben rund 100 Frauen am Projekt teilgenommen. Die meisten von ihnen wurden durch diese Weiterbildung motiviert, an weiteren Kursen teilzunehmen.

L’association Français en Jeu (Romandie) für das Projekt «Die Schweiz im Spiel: Französisch lernen und die Schweiz kennen lernen» Aus dem Projekt entstand Unterrichtsmaterial mit dem Ziel, MigrantInnen die französische Sprache spielerisch beizubringen und sie mit der schweizerischen Gesellschaft vertraut zu machen. Es ist eine flexible, innovative und originelle Integrationsmassnahme, die für ein breites Publikum geeignet ist.

In der Jury vertreten waren: Julia Onken Schriftstellerin und Jurypräsidentin; Barbara Fischer, De-partement Bildung, Kultur und Sport, Aargau; Marcel Hähni, Radio DRS 3; Fiammetta Jahreiss, ECAP; Giselle Rufer, Delance AG, André Schläfli, SVEB und Claudia Wirz, NZZ.



Weitere Informationen zu den Awards und den Gewinnern:

>> Broschüre Weiterbildungs-Awards
>> www.lernfestival.ch/awards

Fachkontakt:
Ruth Jermann, Nationale Leitung Lernfestival, M: ruth.jermann@alice.ch T: 079 236 59 12

Medienkontakt:
Esther Derendinger, PR&Kommunikation, M: esther.derendinger@alice.ch T: 044 319 71 67

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