Schweizerischer Verband für Weiterbildung SVEB

Kopenhagenprozess



Der Kopenhagenprozess verfolgt für die Berufsbildung ähnliche Ziele wie der Bolognaprozess in der Hochschulbildung: In beiden Fällen geht es darum, europaweit die Durchlässigkeit, Transparenz und Mobilität im Bildungsbereich sicherzustellen.

Ein wichtiges Instrument dazu ist im Fall der universitären Ausbildung das sogenannte European Credit Transfer System (ECTS). für die Berufsbildung wird in Anlehnung dazu ein eigenes Modell anvisiert: European Credits for Vocational Education and Training (ECVET).

Anders als im Bolognaprozess, wo eine Angleichung der Ausbildungssysteme und –wege stattgefunden hat, zielt der Kopenhagenprozess aber nicht auf eine Vereinheitlichung der Bildungssysteme. Bei der Berufsbildung geht es vielmehr darum, eine «Übersetzungshilfe» zu entwickeln, die es erlaubt, unterschiedliche Qualifikationen miteinander zu vergleichen. Dazu werden folgende Elemente benötigt:



Im nationalen Qualifikationsrahmen werden Kompetenzfelder und Niveaus definiert. Das Kompetenzen-Referenzmodell beschreibt die Kompetenzen eines bestimmten Berufssektors; diese Kompetenzen werden mit Punkten versehen und in den NQR eingeordnet. Die Funktion des europäischen Qualifikationsrahmens schliesslich besteht darin, die nationalen Qualifikationsrahmen europaweit im Sinn einer Übersetzungshilfe vergleichbar zu machen.


Was bisher geschah

  • Die Lissabon-Agenda formulierte im Jahr 2000 folgendes Ziel: Bis ins Jahr 2010 soll die EU zum wettbewerbsfähigsten und dynamischsten wissensbasierten Wirtschaftsraum der Welt werden. Die Umsetzung erfolgt über den Bologna- und den Kopenhagenprozess.

  • Die Schweiz ist auf Expertenebene in Zusammenarbeit mit der EU am Kopenhagenprozess beteiligt. Das Bundesamt für Berufsbildung und Technologie BBT hat diverse Projekte durchgeführt, u.a. im Bereich Validierung von Bildungsleistungen.

  • Im April 2008 verabschiedete das Europäische Parlament den Europäischen Qualifikationsrahmen.



Ausblick

Der europäische Fahrplan sieht Folgendes vor:

  • Bis 2010: Die Mitgliedstaaten koppeln ihre nationalen Qualifikationsrahmen (NQR) an den EQR

  • Ab 2012: Individuelle Zeugnisse und Abschlüsse tragen einen EQR-Verweis.

  • Bis im Jahr 2010 soll die Durchlässigkeit zwischen den Bereichen Tertiär A (Hochschulen) und Tertiär B (höhere Berufsbildung) hergestellt sein (vgl. http://www.bbt.admin.ch/themen/internationales/00115/index.html?lang=de) . Dabei geht es vor allem darum, das ECTS- und das ECVET-System miteinander in Beziehung zu bringen.


Für die Schweiz besteht noch keine präziser Fahrplan.
Anstehende Schritte sind:

  • Entwicklung des nationalen Qualifikationsrahmens

  • Verbindung der Bereiche Tertiär A und Tertiär B

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