Bologna-Prozess
Die Bolognareform ist ein umfassender Prozess zur Erneuerung der Hochschulbildung, der zum Ziel hat, bis ins Jahr 2010 einen Europäischen Hochschulraum aufzubauen.
Die konkrete Umsetzung hat kurz vor der Jahrtausendwende begonnen: Im Juni 1999 trafen sich 29 europäische Bildungsminister, in Bologna, um mit der Unterzeichung der Bologna-Deklaration den Grundstein für den Aufbau des europäischen Hochschulraumes zu legen. An diesem historischen Ereignis war auch die Schweiz vertreten, so dass die Schweiz trotz Nicht-EU-Mitgliedschaft an dieser wichtigen Umwälzung im Hochschulbereich von Anfang an beteiligt war.
Die Reform bedeutete für alle Schweizer Hochschulen (Universitäten, Fachhochschulen und Pädagogische Hochschulen) eine umfassende Erneuerung von Strukturen und Inhalten ihrer Studiengänge. Dazu gehört die Einführung folgender Neuerungen:
- Strukturierung der Studiengänge in Bachelor- und Masterstudiengänge (diese ersetzen die früheren Studiengänge wie z.B. das Lizentiat)
- Einführung des ECTS-Punktesystems (European Credit Transfer and Accumulation System). Massgeblich für die Vergabe von ECTS-Punkten ist nicht der Ouptut, sondern der Lernaufwand pro Veranstaltung.
Im Herbstsemester 2007/08 war es soweit: Seit diesem Datum haben alle StudienanfängerInnen an Schweizer Universitäten ihre Studium im Bachelorprogramm aufgenommen, Lizentiatsstudiengang können seither nicht mehr begonnen werden. Zu jenem Zeitpunkt waren 72% aller Universitätsstudierenden in einem Bachelor- oder Masterstudium eingeschrieben. Bis 2011 werden über 95% der Studierenden nach dem neuen Studiensystem studieren.
Was bisher geschah
- Im Jahr 1999 unterzeichnen 29 europäische Bildungsminister (inkl. Schweiz) in Bologna die Bologna-Deklaration, womit sie die Schaffung eines einheitlichen europäischen Hochschulraumes beschliessen.
- Die Lissabon-Agenda formulierte im Jahr 2000 folgendes Ziel: Bis ins Jahr 2010 soll die EU zum wettbewerbsfähigsten und dynamischsten wissensbasierten Wirtschaftsraum der Welt werden. Die Umsetzung erfolgt über den Bologna- und den Kopenhagenprozess
- Im Jahr 2001 bekommt die Rektorenkonferenz der Schweizer Universitäten (CRUS www.crus.ch) vom Bund den Auftrag, den Reformprozess in der Schweiz zu koordinieren.
- Im Dezember 2003 verabschiedet die Schweiz. Universitätskonferenz (SUK) Richtlinien zur Umsetzung der Bologna-Reform.
- Seit Herbstsemester 2007/2008 sind sämtliche von StudienanfängerInnen neu aufgenommenen Studiengänge an Schweizer Universitäten als Bachelorstudium aufgebaut. Damit ist die Reform in der Schweiz umgesetzt.
Ausblick
- Die europäischen BildungsministerInnen treffen sich alle 2 Jahre, um den Fortschritt der Bolognareform zu diskutieren und den weiteren Verlauf zu planen. Das aktuelles Treffen fand am 28.-29. April 2009 in Belgien statt (http://www.ond.vlaanderen.be/hogeronderwijs/bologna/conference).
- Ein weiteres Treffen der BildungsministerInnen ist für Frühjahr 2010 in Wien und Budapest geplant. Anlass dazu sind die Vollendung des Bolognaprozesses und damit das offizielle Gründungsdatum des europäischen Hochschulraums.
- Nachdem die Neustrukturierung der Studien abgeschlossen ist, besteht der nächste Schritt darin, die Studiengänge der Hochschulen mit dem europäischen Qualifikationsrahmen EQR zu verbinden. Der EQR umfasst sowohl die Berufsbildung wie die Hochschulbildung.
- Bis im Jahr 2010 soll die Durchlässigkeit zwischen den Bereichen Tertiär A (Hochschulen) und Tertiär B (höhere Berufsbildung) hergestellt sein (vgl. http://www.bbt.admin.ch/themen/internationales/00115/index.html?lang=de) . Dabei geht es vor allem darum, das ECTS- und das ECVET-System miteinander in Beziehung zu bringen.




